Chronisches Erschöpfungssyndrom: Neues Medikament dank Spenden?

Es gibt Hinweise darauf, dass ein Medikament, das eigentlich zur Behandlung von Krebs-Patienten entwickelt worden ist, auch bei Patienten, die am chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) leiden, helfen könnte. Die Herstellerfirma des Medikaments möchte vorerst jedoch keine Studien bezüglich der Wirkung beim chronischen Erschöpfungssyndrom und ähnlichen Krankheiten, wie dem Fibromyalgie-Syndrom, durchführen. Die norwegische Medizinerin Maria Gjerpe, die selbst am CFS leidet, will nun Spenden sammeln, um die Studien per Crowdfunding finanzieren zu können.

Das chronische Erschöpfungssyndrom (CFS)

Die Symptome beim chronischen Erschöpfungssystem überschneiden sich stark mit den Symptomen bei Fibromyalgie. Patienten mit CFS leiden vor allem unter andauernder Erschöpfung, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und häufige Infekte. Die Symptome halten länger als sechs Monate an und können durch Erholung nicht gelindert werden. Betroffene verlieren somit einen Großteil ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit und büßen zudem erheblich an Lebensqualität ein. Die Krankheit verläuft meist über Jahre in unterschiedlichen Schweregraden. Im Gegensatz zum Fibromyalgie-Syndrom ist eine Genesung jedoch möglich.

„Rituximab“: Hinweise auf Wirkung bei CFS zufällig entdeckt

Dass ein Krebs-Medikament mit dem Namen „Rituximab“ auch beim chronischen Erschöpfungssyndrom helfen könnte, wurde ganz zufällig entdeckt. Eine Krebs-Patientin, die zusätzlich auch an CFS litt, wurde in Norwegen mit dem Medikament behandelt und berichtete über eine deutliche Verbesserung ihrer CFS-Symptome. Eine wenig später durchgeführte Studie mit 30 Patienten scheint die Hinweise zu bestätigen. Zwei Drittel der Teilnehmer berichteten nach Einnahme des Medikaments über eine Linderung der Symptome. Da die Studie mit nur 30 Teilnehmern allerdings ziemlich klein war, sind die Ergebnisse natürlich nur begrenzt aussagekräftig.

Kein Geld für größere Studien vorhanden

Um weitere Erkenntnisse bezüglich der Wirksamkeit zu erlangen war eine neue, größere Studie mit 140 Teilnehmern geplant. Doch da die Pharmaindustrie bisher kein Interesse an weiteren Studien zeigte und die norwegischen Institutionen kein Geld zur Verfügung stellen konnten fehlen nun die finanziellen Mittel zur Durchführung.

Crowdfunding: Spenden sollen Finanzierung sichern

Die norwegische Medizinerin Maria Gjerpe hält diese Situation für unzumutbar und versucht nun, das nötige Geld durch Spenden aufzutreiben. Dazu hat sie die Initiative „MEandYou“ ins Leben gerufen, die über die schwierige Situation aufklärt und für finanzielle Unterstützung wirbt. Die Idee ist, dass die Menschen durch ihre Solidarität die neue Studie finanzieren. Dieses Prinzip des Klein-Spenden-Sammelns über das Internet ist als sogenanntes Crowdfunding bekannt und hat bereits bei diversen Computerspiele, Filmen oder Firmengründungen funktioniert. Rund 940.000 Euro werden insgesamt benötigt. Knapp 100.000 Euro wurden bereits eingesammelt.

01.04.2013 | News

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