Studie: Nervenschäden körperliche Ursache von Fibromyalgie

Über die direkten organischen Ursachen beim Fibromyalgie-Syndrom war bisher so gut wie nichts bekannt, weshalb es bislang keinen zuverlässigen klinischen Test zur Diagnosestellung gibt. Wissenschaftler an der Universität Würzburg haben sich deshalb auf die Suche nach den Veränderungen im Körper der Betroffenen gemacht und sind dabei fündig geworden. Die Ergebnisse der Studie könnten ein wichtiger Schritt hin zu einem besseren Verständnis der Krankheit sein.

Bisher keine klinische Diagnose möglich

Patienten, die an Fibromyalgie leiden, haben meist eine lange Leidensgeschichte mit vielen Arztbesuchen und zahlreichen unsicheren Diagnosen hinter sich. Da es bisher keinen zuverlässigen, einheitlichen Test zur Diagnose gibt, müssen Ärzte erst alle möglichen anderen Ursachen ausschließen, ehe sie die Krankheit Fibromyalgie-Syndrom diagnostizieren können. Für alle Beteiligten ist dies natürlich keine wirklich zufriedenstellende Situation. Zumal es, da über die organischen Zusammenhänge bisher fast nichts bekannt ist, bis heute auch noch keine Chance auf eine Heilung gibt.

Studie belegt körperliche Ursachen

Ein Forscherteam der Universität Würzburg hat sich nun auf die Suche nach den organischen Veränderungen bei Fibromyalgie-Patienten gemacht. In einer Studie untersuchten die Wissenschaftler insgesamt 35 Patienten. 25 Patienten litten am Fibromyalgie-Syndrom, 10 weitere Patienten waren an Depressionen erkrankt und hatten keine körperlichen Schmerzen. Im Fokus der Untersuchungen standen die sogenannten kleinen Nervenfasern. Die Endigungen dieser Nervenfasern liegen in der Haut und sind für das Schmerz- und Temperaturempfinden verantwortlich. Während bei den Patienten, die lediglich an Depressionen litten, keine Veränderungen festzstellen waren, entdeckten die Forscher bei den Fibromyalgie-Patienten deutliche Anzeichen auf eine Schädigung der kleinen Nervenfasern.

Heilung in Zukunft möglich?

Die Ergebnisse der Studie der Universität Würzburg sind ein wichtiger Schritt hin zu einem besseren Verständnis des Fibromyalgie-Syndroms. Da erstmals einheitliche organische Veränderungen bei Fibromyalgie-Patienten festgestellt werden konnten, könnten diese in Zukunft als zuverlässiges klinisches Diagnosekriterium dienen.

Auch bezüglich der Heilungschancen sind die Ergebnisse der Studie von großer Bedeutung. Zwar ist bisher noch nichts darüber bekannt, wodurch die Nervenschädigungen bei den Fibromyalgie-Patienten verursacht werden, aber allein die Tatsache, dass man nun weiß, in welche Richtung man forschen muss, ist ein großer Fortschritt.

19.03.2013 | News

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